Wildunfall: Was tun – und was zahlt die Versicherung?
Deutschland hat nach Angaben des Deutschen Jagdverbands jährlich über 200.000 Wildunfälle. Besonders im Frühling und Herbst steigt das Risiko stark an. Wer einen Wildunfall hat, steht oft unter Schock – und weiß nicht, was jetzt zu tun ist. Die richtigen Schritte in den ersten Minuten entscheiden über Ihre Sicherheit und Ihre Versicherungsansprüche.
Sofortmaßnahmen nach dem Wildunfall
Fahren Sie sofort an den Fahrbahnrand, schalten Sie die Warnblinkanlage ein und sichern Sie die Unfallstelle mit Warndreieck und Warnweste. Leisten Sie dem Tier keine Hilfe durch Berühren – verletztes Wild kann gefährlich reagieren. Rufen Sie die Polizei (110) und die Feuerwehr, wenn das Tier die Fahrbahn blockiert. Verlassen Sie das Tier nicht ungemeldet – das ist strafbar. Fotografieren Sie die Unfallstelle, Ihr Fahrzeug und wenn möglich das Tier.
- Warnblinkanlage ein, Warndreieck aufstellen
- Polizei rufen (110) – Pflicht beim Wildunfall
- Tier nicht berühren oder bewegen
- Unfallstelle und Fahrzeugschaden fotografieren
- Wildunfallbescheinigung von Polizei oder Jagdpächter anfordern
Welche Versicherung zahlt beim Wildunfall?
Die Teilkaskoversicherung leistet beim Wildunfall – und zwar ohne Hochstufung in der Schadensfreiheitsklasse. Das ist ein wichtiger Unterschied zur Vollkasko, die bei selbstverschuldeten Unfällen zu einer höheren Einstufung führen kann. Achtung: Manche Versicherungsverträge decken nur Unfälle mit Haarwild (Reh, Wildschwein, Hirsch etc.) ab. Prallen Sie gegen einen Vogel oder ein Haustier, kann der Versicherungsschutz je nach Vertrag eingeschränkt sein.
Wichtig: Einige Vollkaskoversicherungen erweitern den Schutz auf alle Tiere. Prüfen Sie Ihre Vertragsbedingungen oder fragen Sie Ihren Versicherer direkt.
Die Wildunfallbescheinigung – warum sie entscheidend ist
Ohne Wildunfallbescheinigung kann Ihre Versicherung die Leistung verweigern. Die Bescheinigung wird von der Polizei oder dem zuständigen Jagdpächter ausgestellt und bestätigt offiziell, dass ein Wildunfall stattgefunden hat. Besorgen Sie sich die Bescheinigung noch vor Ort – im Nachhinein ist das deutlich schwieriger. Falls das Tier bereits geflohener und nicht mehr auffindbar ist, genügt eine polizeiliche Aufnahme des Unfalls als Nachweis.
Warum ein Sachverständiger auch beim Wildunfall sinnvoll ist
Wildunfälle sehen außen oft weniger dramatisch aus als sie sind. Ein Aufprall auf ein Reh kann neben Karosserieschaden auch Schäden am Unterboden, am Fahrwerk oder an Kühlsystemen verursachen, die erst später auftreten. Ein unabhängiger Sachverständiger dokumentiert alle Schäden vollständig – auch verdeckte – und erstellt ein Gutachten, das als Grundlage für die Versicherungserstattung dient. So stellen Sie sicher, dass kein Schaden übersehen wird und Sie die volle Erstattung erhalten.
Wildunfall – das Wichtigste auf einen Blick
Nach einem Wildunfall: Unfallstelle absichern, Polizei rufen, Wildunfallbescheinigung anfordern. Ihre Teilkaskoversicherung zahlt den Fahrzeugschaden ohne Hochstufung in der Schadensfreiheitsklasse. Ein unabhängiges Gutachten stellt sicher, dass alle Schäden vollständig erfasst werden – auch verdeckte.